In der Zeit von Handys und Laptops hat der Stellenwert und auch die Beherrschung der Handschrift stetig abgenommen. Kinder und Jugendliche haben immer häufiger Schwierigkeiten beim Schreiben.
Dennoch ist das Schreiben mit der Hand aus dem Alltag nicht wegzudenken. Es fördert die Merkfähigkeit und ist eine wichtige Basiskompetenz an Schulen. Außerdem spielt das Handschreiben auch beim Lernen eine große Rolle. Vielleicht kennen Sie das auch: Sie schreiben sich einen Einkaufszettel und brauchen ihn dann letztlich gar nicht mehr, weil Sie sich alles, was darauf steht, schon gemerkt haben.
Beim Schreiben mit der Hand werden im Gehirn Gedächtnisspuren gelegt, d.h. alles, was ich mir aufschreibe, kann ich mir besser merken. Dies unterstützt also auch das Lernen.
Getragen von diesen Überzeugungen möchte sich das Kollegium der GS Karl-Heiß weiterbilden, um die Kinder gezielt und individuell darin unterstützen zu können, eine lesbare, flüssige und ermüdungsarme Handschrift zu entwickeln.
Unsere Lehrkräfte werden im Rahmen der „Zertifizierung zur Schreibmotorik-Schule“ in diesem Bereich besonders geschult, um ihr Wissen dann an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.
Eine Besonderheit ist, dass sich diese Förderung nicht nur auf das Fach Deutsch beziehen wird, sondern auch in Mathematik, Sport, Musik und Werken Einzug halten wird.
Die Kinder trainieren im Klassenzimmer, in der Turnhalle oder auf dem Pausenhof wichtige Grundlagen zur Körperhaltung, wertvolle Wahrnehmungen und Bewegungen zur Stifthaltung und -führung sowie die Entwicklung eines leserlichen und flüssigen Schreibens.
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An einer Schreibmotorik-Schule werden die Kinder ...
Weltweit wird am 23. Januar der „Tag der Handschrift“ gefeiert. An diesem Tag hatte John Hancock Geburtstag. Er hat vor vielen Jahren (1776) als Erster die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterschrieben - mit der Hand natürlich!
Dies haben wir zum Anlass genommen, an unserer Schule einen Projekttag durchzuführen. An 17 Stationen konnten die Kinder drei Stunden lang verschiedenste Übungen durchführen, die sie auf dem Weg zu einer schönen, leserlichen, flüssigen und ermüdungsarmen Handschrift unterstützen.
An allen Stationen wurden die unterschiedlichsten Herangehensweisen an die Handschrift und das Schreiben praktiziert.
Zur Kräftigung der Fingermuskulatur konnten die Kinder Fingerfußball spielen oder bei progressiver Muskelentspannung wesentliche Körpererfah-rungen machen.
Das Gestalten von Schmuckstücken, das Auffädeln von Perlen zu Armbändern, das Prickeln von Schneeflocken oder das Basteln von Lesezeichen fördern die Feinmotorik.
Eine Zeitreise in die Vergangenheit konnten die Kinder an der Station „Schreiben wie vor 100 Jahren“ unternehmen. Sie schrieben mit Feder und Tinte in altdeutscher Schrift und stellten sich dieser Herausforderung mit Bravour.
Ins ferne Japan führte ein weiteres Angebot. Auf Pergament wurden Schriftzeichen aus dem fernen Osten aufgebracht.
Ruhig und durchaus meditativ erlebten die Schülerinnen und Schüler das sogenannte Zentangle. Hier werden strukturierte Muster (Tangles) kombiniert. Das fördert Entspannung, Konzentration und Kreativität, ohne dass künstlerische Vorkenntnisse erforderlich sind. Durch das absichtslose Zeichnen von Punkten, Linien und Kurven entsteht abstrakte Kunst.
Die Wirkung von Schrift erkundeten die Kinder beim Handlettering, beim Spiegeln von Namen, beim Gestalten von Ein-Wort-Bildern oder beim Vergrößern und Verkleinern von einzelnen, schön geschriebenen Buchstaben.
Auch wie unterschiedlich Arbeitsergebnisse sein können, wenn sich Schreibgerät und Schreibuntergrund variieren, wurde erkundet.
Wie man Überschriften in Szene setzen kann, lernten die Schüler an der Station „Wörter in Textcontainer packen“ – einem wesentlichen Bestandteil des sogenannten Sketchens.
Rasant ging es auch in der Buchstaben-Rennbahn zu. Dieses Angebot war vor allem für die Kinder der unteren Jahrgangsstufen gedacht.
Äußerst kreativ waren die Ergebnisse beim „Kritzeln“. Frei und ohne Begrenzung durch einen vorgegeben Zeilenraum flitzten die Stifte über das Papier.
